Warum macht ihr das, JES?

Julia Erdmann erklärt, warum sich das ganze JES-Team mit dem Hammer Summer für die Entwicklung des Gebietes an der Bille in Hammerbrook engagiert.

Julia, warum habt ihr für den Architektursommer den Hammer Summer erfunden?

Der Architektursommer ist ein wunderbarer Anlass, frei und ohne Auftrag zu machen, was uns wichtig ist. Beim Hammer Summer verbinden wir mehrere Aspekte, die uns ein Anliegen sind. Eines davon: Co-Kreation. Bei unseren Projekten sorgen wir durch Co-Kreation schon für einen ideenreichen Austausch zwischen Stadt, Investoren, Architekten, Nachbarn und Experten. Im Hammer Summer fokussieren wir uns auf co-kreatives Arbeiten mit denjenigen, an die unserer Beobachtung nach viel zu wenig gedacht wird: mit den ultimativen Stadt-Experten – mit der nächsten Generation Stadtbewohner und Stadtmacher. Wir wollen grade von den 15-25-jährigen Hamburgern wissen: Was für ein Stadtleben wünscht sich eigentlich die junge Generation? Wie würden Jugendliche und junge Erwachsene ihre Stadträume gestalten, wenn man sie fragen würde? Genau dafür haben wir den Hammer Summer erfunden.

Warum richtet ihr Euch grade an 15-25 jährige Hamburger ?

Für uns als JES-Team ist der Hammer Summer eine Herzensangelegenheit. Als JES sind wir den jungen Hamburgern sehr nahe. Einige aus unserem Team sind selbst noch unter 25, andere haben Kinder in dem Alter. Meine Kinder beispielsweise sind 18 und 22 und jedes Gespräch mit ihnen über die Stadt und über Architektur empfinde ich als total bereichernd und inspirierend. Mein Eindruck: die jungen Hamburger haben ein gutes Gespür für ihre Stadt, können sich kreativ, kritisch und konstruktiv ausdrücken und haben eine frische Vorstellungskraft. Mit dem Hammer Summer geben wir Impulse, dass die jungen Hamburger diese positiven Energien für sich noch weiter entdecken und entwickeln können.

Womit beschäftigt ihr euch konkret?

Das JES Studio, in dem wir als Architekten und Urban Designer arbeiten, liegt in der Nähe des Kraftwerks Bille am Hammer Deich. Wir bewegen uns jeden Tag in diesem Gebiet und sehen, welches Potenzial sich hier entfalten kann. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird sich der Hamburger Osten grundlegend verändern. Hier wird viel gebaut, entwickelt, und Neues entstehen. Als Nachbarn und als Hamburger wollen wir, dass es hier richtig gut wird. Und als Stadtgestalter und Architekten können wir auch entscheidend zur Umsetzung beitragen. Den Hammer Summer machen wir, weil uns zum Gebiet rund um das Kraftwerk Bille ganz besonders die Ideen und die Haltung derer interessiert, die es am meisten betrifft: Die jungen Hamburger zwischen 15 und 25. Denn diese Generation wird das Stadtleben dort bestimmen.

Und was passiert mit den ganzen Ideen?

Wir verstehen uns als “Kraftwerk der Ideen”. Das heißt: Wir produzieren, verarbeiten und sammeln alle Ideen. Miteinander kommt man auf viel bessere Ideen als alleine im stillen Kämmerlein, das ist in unser täglichen Arbeit so und das wollen wir auch beim Hammer Summer vermitteln. Darum arbeiten wir co-kreativ, nutzen neue Technologien und entwickeln Ideen, die besonders und einzigartig sind. Wir bereiten die Ideenansätze professionell auf, damit jeder, der später dieses Gebiet weiterentwickeln, dort planen und bauen wird, auf den Ideen aufbauen kann. Die Stadt Hamburg hat in ihrem Konzept „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ das Gebiet Hammerbrook als “Raum für Stadtpioniere” beschrieben. Hier setzen wir an und schauen beim Hammer Summer mit jungen Menschen in die Zukunft. Es ist wichtig, dass diese Generation eine Stimme kriegt, wenn es um unsere Stadt geht.

Julia Erdmann ist Gründerin von JES Julia Erdmann Socialtecture. JES ist ein Netzwerk aus Stadtgestaltern, Urban Designern, Zukunftsexperten und Querdenkern. Das Studio von JES ist am Hammer Deich 26-34. Weitere Infos zu JES findet ihr unter www.jes.place.

 

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